Eine unglaubliche Geschichte, die in einem Kärntner Försterhaus beginnt, zum Fürstenhof der Shan führt und nach Verfolgung und Flucht in den USA endet.
Inge Eberhard war eine der ersten Frauen, die ein Fullbright Stipendium erhielt. So kam die 21-jährige Studentin aus Bad St. Leonhard nach Colorado, USA, wo sie sich in Sao Kya Seng verliebte, einen Bergbaustudenten aus Burma. Die beiden reisten nach Kärnten, um Inges Vater, einen Oberförster, um seinen Segen zu bitten, und kurz darauf nach Burma.
Als sie im Hafen von Rangun von einer jubelnden Menge begrü.t wurden, erfuhr die junge Frau, dass sie den Prinzen des Shan-Staates geheiratet hatte. Wenig später wurde sie selbst zur Mahadevi ernannt, zur himmlischen Regentin.
Was so märchenhaft begann, entwickelte sich ein paar Jahre später zum Albtraum. Der Prinz, der sein Land reformieren wollte, wurde von den Machthabern verschleppt und blieb seither verschwunden. Der Fürstin und ihren beiden Töchtern gelang die Flucht. Zunächst nach Österreich, dann in die USA, wo sie die Hilfsorganisation Burma Lifeline gründete.
1994 veröffentlichte Inge Sargent – sie hat noch einmal geheiratet – ihre Biografie, 2015 wurde das Buch „Dämmerung über Burma“, das in Myanmar am Index steht, verfilmt. Die gebürtige Lavanttalerin starb 2023 im Alter von 90 Jahren in ihrer neuen Heimat Colorado.

Buchtipp: Inge Sargent, Dämmerung über Birma
Mein Leben als Shan-Prinzessin
Autobiografischer Bericht, aus dem Englischen von Cécile Lecaux. Mit zahlreichen Fotografien
Fotos: CC, Unionverlag